Auch im dritten Quartal dieses Jahres entwickelte sich die Elektromobilität und Ladeinfrastruktur in Deutschland dynamisch weiter.
Zulassungszahlen: Wachstum in allen Segmenten
Bereits das erste Halbjahr 2026 lief stark an. Insgesamt wurden 368.000 Elektro-Pkw zugelassen, 48% mehr als im selben Zeitraum im Jahr 2025, bei einem Marktanteil von 24,8%. 1 Auch im dritten Quartal setzt sich der Trend fort:
Juli: 78.609 neue Elektro-Fahrzeuge, ein Plus von 61,7 %, ein Marktanteil von 29,3%.
August: 68.930 neue Elektro-Pkw, ein Plus von 75,1% gegenüber dem Vorjahresmonat und ein Marktanteil von 32,4%. 2
Privatmarkt: Im Juni, dem zweiten messbaren Monat der Elektroauto Kaufprämie, stiegen die Zulassungen von privaten Elektro-Pkw um 155%, ihr Anteil im Privatmarkt lag bei 41%. 3
Flotten, Händler und Nutzfahrzeuge: Bei betrieblichen Flotten stieg die Anzahl der E-Autos um 31% an. Bei den Eigenzulassungen der Händler erreichte der Anteil von E-Autos 20,4%, Anstieg von ca. 6%. 4 Auch bei Lkw und Bussen konnte im europäischen Gesamtmarkt ein Anstieg verzeichnet werden. 5
Gebrauchtwagenmarkt: Trotz eines schwachen Gesamtmarktes wächst das Segment der gebrauchten Elektroautos weiter. Bis August stieg die Anzahl auf mehr als 200.000. Ein Anstieg von knapp 64% gegenüber dem Vorjahr. 6
Europa: Bis Ende Juni wurden knapp 1,22 Millionen neue Elektroautos zugelassen, der Marktanteil liegt bei 20,7%. Dabei verzeichnet Frankreich den höchsten Anstieg mit 62,9%, gefolgt von Deutschland (48%) und Dänemark (41,2%). 7
Kaufprämie: Hohe Nachfrage, knappes Budget
Die Elektroauto-Kaufprämie wird stark genutzt. Die eingegangenen Anträge haben sich laut dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Zeitraum von Mitte Juni bis Anfang August mehr als verdoppelt: von 50.000 auf 103.500 Anträge. 8Bis zum 1. August wurden insgesamt 26.875 Anträge bewilligt und 117 Millionen Euro in Fördermitteln ausgezahlt. 9 Bis Ende August stiegen die Auszahlungen auf ca. 200 Millionen Euro. Allerdings sind viele der mehr als 100.000 eingegangenen Anträge noch in Bearbeitung. Basierend auf aktuellen Zahlen wurde die Prognose für die Gesamtanzahl der neuen zugelassenen Elektro-Pkws auf 817.000 angehoben, 109.000 Stück über der ursprünglichen Prognose und 50% mehr als im letzten Jahr. Die Auszahlungen im ersten Jahr könnten sich auf fast eine Milliarde Euro belaufen. Diese hohe Nachfrage kann dazu führen, dass der eingeplante Etat von drei Milliarden Euro bereits vor dem geplanten Ende 2029 erschöpft ist. 10
Politik und Recht: neue Weichenstellungen
Elektromobilitätsgesetz bis 2035 verlängert: Im August verlängerte das Bundesverkehrsministerium das Elektromobilitätsgesetz bis Ende 2035. Konkret umfasst dies folgende Punkte:
- Elektro-Pkw können weiter bevorzugte Parkberechtigungen und Zufahrtsrechte bekommen oder auch kostenlose Anwohnerparkausweise
- Auch Elektrobusse und Elektro-Lkw können in Zukunft profitieren
- Gesetzliche Regelungen für das Parken an öffentlichen Ladepunkten, kein E-Kennzeichen mehr notwendig
- Anpassung von Regelungen für Plug-in-Hybride an die Regelung der Dienstwagenbesteuerung
Andere rechtliche Unklarheiten sollen beseitigt werden, sowie weitere Förderungen beschlossen werden. 11
Eichrecht: im Juli hat das Bundesfinanzministerium klargestellt, dass Personen, die betriebliche Elektro- oder Hybridfahrzeuge zu Hause laden, den betrieblichen Stromanteil steuerlich auch mit einem nicht eichrechtskonformen Zähler nachweisen dürfen. Alternativ gibt es eine Strompreispauschale. 12
Ladeinfrastruktur: mehr Ladepunkte, mehr Nutzung
Öffentliches Ladenetz: Zum Stichtag 1. August waren mehr als 212.000 öffentliche Ladepunkte gemeldet, davon 156.399 Normalladepunkte und 55.665 Schnellladepunkte. 13
Nutzung und Preise: Pro Monat werden mehr als 6,3 Millionen Ladevorgängen gezählt, 25% mehr als im selben Monat 2025. Die Kosten hingegen sind fast unverändert und liege im Durchschnitt bei 57 Cent pro Kilowattstunde für AC-Laden (Wechselstrom) und 62 Cent für DC-Laden (Gleichstrom). 14
Lkw-Schnellladenetz: Um auch das Laden für Elektro-LKW einfacher und planbarer zu gestalten, ist die Umsetzung des Aufbaus eines bundesweiten Lkw-Schnellladenetzes gestartet. Die aktuelle Planung sieht vor, dass es in Zukunft ein Lkw-Schnellladenetzt geben soll, welches knapp 350 Standorte umfasst. 225 davon auf bewirtschafteten Rastplätzen und 124 auf nicht bewirtschafteten. Insgesamt sollen dadurch 1800 Megawatt Charging System Ladepunkte und 2400 Combined Charging System Ladepunkte entstehen. 15
Fazit
Insgesamt befindet sich die Entwicklung der Ladeinfrastruktur in Deutschland im Aufschwung: Das Ladeökosystem und die Nachfrage der Verbraucher entwickeln sich in die gleiche Richtung. Auch die Bereitschaft der Fahrer:innen als Nächstes o einen Elektrowagen zu fahren, ist in Deutschland so hoch wie in keinem anderen befragten Markt: 27% gaben an, dass sie dies beim nächsten Fahrzeug wahrscheinlich tun werden. 16
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Quellen:
3: https://www.dataforce.de/news/halbjahresbilanz-2026-elektro-sorgt-fuer-leichten-aufwind/
4: https://www.dataforce.de/news/juli-2026-elektrifizierung-setzt-sich-weiter-fort/
5: https://www.dataforce.de/news/juli-2026-elektrifizierung-setzt-sich-weiter-fort/
6: https://www.dat.de/news/gebrauchtwagenmarkt-im-august-2026/
7: https://www.dataforce.de/news/juli-2026-elektrifizierung-setzt-sich-weiter-fort/
9: https://www.dataforce.de/news/juli-2026-elektrifizierung-setzt-sich-weiter-fort/
11: https://ecomento.de/2026/08/03/bundeskabinett-beschliesst-novellierung-des-elektromobilitaetsgesetzes/ via Bundesverkehrsministerium
12: BMF Schreiben vom 21.Juli 2026
13: https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/E-Mobilitaet/start.html
14: https://edison.media/energie/charging-radar-schnelllader-zementieren-ihren-vorsprung/25271539/
15: https://ecomento.de/2026/09/16/bundesweites-lkw-schnellladenetz-geht-in-die-umsetzung/ via Bundesverkehrsministerium
